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Wie kann ich mehr lesen?
Du würdest gern mehr lesen, und am Abend hast du dann doch wieder eine Stunde aufs Handy geschaut. Das liegt selten an fehlender Disziplin und fast immer an den Umständen. Hier steht, wie du die änderst, ohne dein Leben umzubauen.
Mehr liest du, wenn das Lesen einen festen Moment bekommt, mit einer kleinen Menge anfängt und das Handy weiter weg ist als das Buch. Häng das Lesen an etwas, das du ohnehin jeden Tag tust, nimm dir zehn Seiten statt einer Stunde vor, und leg ein Buch dorthin, wo sonst das Handy liegt. Hör mit Büchern auf, die dich nicht packen. Und schalte die Apps, die dich ablenken, für deine Lesezeit stumm: mit Bildschirmzeit auf dem iPhone, Digital Wellbeing auf Android, oder mit einer Lesesitzung in Time to Read.
Mehr lesen fängt mit einem festen Moment an
Wer viel liest, hat selten mehr Zeit als du. Meistens hat er einen Moment am Tag, an dem das Buch einfach dran ist, so wie der Kaffee am Morgen. Häng das Lesen an etwas, das du sowieso jeden Tag tust: nach dem Abendessen, in der Bahn, in der Mittagspause, vor dem Licht-aus. Ein Moment, der schon da ist, braucht keine Willenskraft.
Fang mit einem einzigen Moment an. Wer sich vornimmt, morgens, mittags und abends zu lesen, hat nach einer Woche alle drei verloren.
Fang mit zehn Seiten an
Eine Stunde Lesen klingt gut und findet nie statt. Zehn Seiten finden statt. Sie dauern eine Viertelstunde, und an den meisten Abenden liest du weiter, weil du schon drin bist. An den anderen hast du trotzdem gelesen.
Zehn Seiten am Tag sind über dreitausend im Jahr. Das sind, grob gerechnet, zehn Romane.
Leg ein Buch dorthin, wo sonst dein Handy liegt
Du greifst nach dem, was in Reichweite ist. Liegt neben dem Sofa das Handy, greifst du zum Handy. Liegt dort ein Buch, öfter zum Buch.
- Ein Buch auf dem Nachttisch, offen beim Lesezeichen.
- Ein dünnes Taschenbuch in der Tasche, für Wartezimmer und Bahnsteig.
- Das Handy zum Laden in einen anderen Raum, nicht neben dich.
Ein E-Reader und ein Hörbuch zählen auch
Ein E-Reader zeigt keine Nachrichten und ist leicht, auch bei einem dicken Buch. Mit dem Ausweis deiner Stadtbibliothek leihst du E-Books und Hörbücher über die Onleihe aus, wenn deine Bibliothek dabei ist. Ein Hörbuch beim Kochen, Laufen oder Pendeln ist ein Buch, das du sonst nicht gelesen hättest. Was die E-Book- und Hörbuch-Abos kosten, steht bei den Bücher-Abos im Vergleich.
Hör mit Büchern auf, die dich nicht packen
Nichts hält so zuverlässig vom Lesen ab wie ein Buch, das man nicht mag und trotzdem zu Ende lesen will. Es liegt wochenlang auf dem Nachttisch, und solange es dort liegt, nimmst du kein anderes. Gib einem Buch fünfzig Seiten. Packt es dich dann nicht, kommt es zurück ins Regal. Unter Lesern heißt das DNF, „did not finish“, und es ist keine Niederlage.
Das Buch, das dich vom Lesen abhält, ist oft genau das eine, das du gerade liest.
Weißt du dann nicht, was du stattdessen nehmen sollst, hilft Welches Buch soll ich lesen?
Weniger Handy: erst ohne Einstellungen
Bevor du etwas einstellst, ändere drei Dinge, die nichts kosten:
- Mitteilungen aus. Lass nur die Mitteilungen von Menschen an, nicht die von Apps. Jedes Aufleuchten ist eine Einladung, das Buch wegzulegen.
- Apps vom Startbildschirm. Was du nicht siehst, öffnest du seltener. Schieb die Apps, in denen du hängenbleibst, in einen Ordner auf der letzten Seite.
- Das Handy in einen anderen Raum. Für die halbe Stunde, in der du liest. Das hilft mehr als jede Einstellung.
Auf dem iPhone: Bildschirmzeit
Mit Bildschirmzeit legst du fest, wann und wie lange du Apps benutzen kannst. Laut Anleitung von Apple geht das ab iOS 27 so:
- Einen Zeitplan anlegen. Öffne Einstellungen, tippe auf Bildschirmzeit, dann auf Bildschirmzeitplan, und aktiviere Zeitplan. Mit Zeitplan hinzufügen wählst du die Wochentage und ein Zeitfenster, etwa von neun bis zehn am Abend. Pro Zeitfenster legst du fest, welche Arten von Apps dann verfügbar sind: Lass Social Media und Spiele für diese Zeit weg.
- Nutzungszeiten festlegen. Für Kategorien wie Unterhaltung, Spiele oder Social Media bestimmst du, wie lange du sie am Tag benutzen kannst.
- Was immer erlaubt ist. Unter Bildschirmzeit, Immer erlaubt, wählst du Apps und Kontakte, die du jederzeit erreichst, etwa deine Familie.
Für die Benachrichtigungen gibt es außerdem den Fokus in den Einstellungen: Leg dir einen eigenen Fokus zum Lesen an, der nur Menschen durchlässt, die dich wirklich erreichen müssen.
Auf Android: Digital Wellbeing
Auf Android heißt das Digital Wellbeing. Laut Android-Hilfe:
- Sieh nach, wo deine Zeit hingeht. Öffne die Einstellungen und tippe auf Digital Wellbeing. Beim ersten Mal richtest du dein Profil ein.
- Einen App-Timer stellen. Unter App-Timer tippst du neben einer App auf „Timer einstellen“ und wählst, wie lange du sie am Tag benutzen willst. Um Mitternacht werden die Timer zurückgesetzt.
- Den Schlafenszeitmodus einrichten. Er schaltet zu den Zeiten, die du wählst, oder wenn dein Handy nachts lädt, Ablenkungen ab.
Je nach Hersteller heißen die Menüs anders. Findest du sie nicht, such in den Einstellungen nach „Wellbeing“, „Timer“ oder „Schlafenszeit“.
Die Schritte für iPhone und Android sind am 29. Oktober 2026 auf den deutschen Hilfeseiten von Apple und Google nachgesehen. Menüs ändern sich mit jedem Update. Siehst du etwas anderes, schau auf der Seite des Herstellers nach.
In der App Time to Read fängst du beim Buch selbst an. Du wählst ein Buch aus deinem Regal Lese ich und eine Lesesitzung von 15, 45 oder 60 Minuten. Solange sie läuft, sind die Apps, die du beiseitegelegt hast, still. Wenn du willst, spielt dein eigenes Spotify dazu: ein Kaminfeuer, Regen oder ruhiges Klavier. Außerhalb einer Lesesitzung wird nichts blockiert.
Das Handy weglegen, bevor du schlafen gehst
Die letzte halbe Stunde des Tages ist oft die halbe Stunde des Handys. Sie ist auch der schönste Moment zum Lesen: Der Tag ist vorbei, und niemand will noch etwas von dir. So tauschst du das eine gegen das andere:
- Wähl eine feste Uhrzeit, zu der das Handy weggeht, etwa eine halbe Stunde, bevor du schlafen willst.
- Leg es dann zum Laden außerhalb des Schlafzimmers, und stell einen Wecker neben das Bett.
- Lass den Schlafenszeitmodus auf Android oder einen Fokus auf dem iPhone um diese Zeit angehen.
- Leg dein Buch aufs Kissen oder auf den Nachttisch, offen beim Lesezeichen.
- Lies, bis die Augen schwer werden. Auch wenn das nach drei Seiten ist: Die zählen.
Ein Leseziel, das du durchhältst
Ein Jahresziel kann helfen, wenn es klein genug ist. Nimm dir lieber zwölf Bücher vor als fünfzig, und zähl Hörbücher mit, wenn du willst. Ein Ziel, das du im Oktober schon verfehlt hast, hört auf zu wirken.
In Time to Read setzt du dir ein Leseziel für das Jahr, siehst die Tage in Folge, an denen du gelesen hast, und verdienst dir Siegel mit Lesen. Kaufen kann man sie nicht. Wie andere Apps das machen, steht bei Welche Bücher-App passt zu dir?
Häufige Fragen
Wie schaffe ich es, wieder mehr zu lesen?
Mit einem festen Moment am Tag und einer kleinen Menge. Zehn Seiten nach dem Abendessen oder im Bus zur Arbeit sind leichter durchzuhalten als eine Stunde, die du irgendwo finden musst. Nimm ein Buch, das dich wirklich interessiert, nicht eins, das du lesen solltest.
Wie lese ich mehr und schaue weniger aufs Handy?
Leg das Handy in einen anderen Raum, bevor du liest, oder schalte die Apps, die dich ablenken, für deine Lesezeit stumm. Auf dem iPhone geht das mit einem Bildschirmzeitplan, auf Android mit App-Timern in Digital Wellbeing. Wer es gern einfacher hätte: In einer Lesesitzung in Time to Read sind die Apps, die du beiseitegelegt hast, still, bis die Zeit um ist.
Zählen Hörbücher und E-Books als Lesen?
Ja. Ein Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit ist ein Buch, das du sonst nicht gelesen hättest. Ein E-Reader hat den Vorteil, dass er keine Nachrichten zeigt. Wichtig ist, dass du in einer Geschichte bist, nicht in welchem Format.
Wie viele Seiten sollte man am Tag lesen?
So viele, wie du gern liest. Zehn Seiten am Tag sind über dreitausend im Jahr, also etwa zehn Romane. Fang mit einer Menge an, die dir fast zu klein vorkommt, und lies weiter, wenn du Lust hast.
Was mache ich, wenn ich beim Lesen einschlafe?
Dann ist das Bett vielleicht nicht dein Moment. Lies früher am Abend, auf dem Sofa oder am Tisch, und heb dir das Bett für die letzten paar Seiten auf. Oder lies morgens, mit dem Kaffee, bevor das Handy dran ist.